Timo Benitz zeigt Favoriten die Spikes

Er kam, sah und siegte: Über die exzellent besetzten 1 000 Meter siegte in der Klasse-Zeit von 2:16,90 Minuten völlig überraschend Timo Benitz vor dem hochgelobten Homiyu Tesfaye. FOTO: HAJO

Er kam, sah und siegte: Über die exzellent besetzten 1 000 Meter siegte in der Klasse-Zeit von 2:16,90 Minuten völlig überraschend Timo Benitz vor dem hochgelobten Homiyu Tesfaye. FOTO: HAJO

PLIEZHAUSEN. Schönes Wetter, 1 500 begeisterte Zuschauer, bestens aufgelegte Athleten, tolle Leistungen und zufriedene Organisatoren: Das hochklassig besetzte 24. internationale Läufermeeting in Pliezhausen – im Schönbuchstadion purzelten fünf Meeting-Rekorde – war ein voller Erfolg. Für eine Sensation sorgte über die 1 000 Meter Timo Benitz aus dem Nordschwarzwald. Der 24-Jährige düpierte in der famosen Zeit von 2:16,90 Minuten alle Favoriten

Der Athlet, der überhaupt keine Vorhersage zu seinem Start beim Läufermeeting in Pliezhausen gemacht hatte, sorgte für die Sensation schlechthin und düpierte alle Favoriten. Timo Benitz von der LG farbtex Nordschwarzwald triumphierte vor 1 500 restlos begeisterten Zuschauern in einem hochklassig besetzten 1 000-Meter-Rennen und pulverisierte mit der fantastischen Zeit von 2:16,90 Minuten den Meeting-Rekord des Kenianers Dickson Tuwei vom Vorjahr um mehr als zwei Sekunden (2:18,99).

Dabei hatten alle auf den neuen deutschen Läuferstar und WM-Fünften Homiyu Tesfaye von der LG Eintracht Frankfurt gesetzt und hinter ihm auf den U 20-Europameister Patrick Zwicker und den deutschen Hallenmeister Andreas Lange. Doch in dem so stark wie nie besetzten Rennen knüppelte der erst 22 Jahre alte Läufer aus dem Nordschwarzwald den Lauf seines Lebens aus seinen Beinen heraus. Von Meter zu Meter wurde er immer schneller und 300 Meter vor dem Ziel gab er hinter dem schon zwei Meter in Front liegenden Tesfaye, Gas.

Mehr Motivation brauchte ich nicht, als meine Chance zu sehen, einen so guten Läufer wie Homiyu schlagen zu können«, verriet Benitz anschließend überglücklich und konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. »Das ist richtig geil. Etwas Größeres gibt’s für mich gar nicht, als mit so einem Lauf in die Geschichtsbücher gespurtet zu sein.« Er flog die letzten 200 Meter nur so über die Bahn. Mit der fabelhaften Zeit steht der Student der Luft-und Raumfahrttechnik nun auf Platz elf der »ewigen« deutschen Bestenliste. 1993 ist zuletzt der Olympiadritte von Seoul, Jens-Peter Herold, über die 1 000 Meter in diesem Zeit-Bereich gelaufen (2:16,52). »Das ist ein Quantensprung für Timo«, zeigte sich auch Bundestrainer Jens Boyde überrascht. Dabei hatte Benitz erst vor etwas über eine Woche im Alleingang auch über die 800 Meter in 1:47,42 Minuten eine deutsche Jahresbestleistung aufgestellt. Großen Anteil an der schnellen Zeit in Pliezhausen hatte aber auch der als »Wunderläufer« gehandelte gebürtige Äthiopier Tesfaye. Der 20-Jährige aus Frankfurt lief volles Risiko und kam in 2:17,56 Minuten ebenfalls in einer sehr guten Zeit als Zweiter ins Ziel. »Das ist Sport. Ich habe mein schnelles 1 500-Meter-Rennen von vor einer Woche in Doha noch in meinen Knochen gespürt. Aber das hier in Pliezhausen war trotzdem ein Gewinn für mich, denn es war wie ein sehr hartes Training. Ich kann auch noch schneller laufen als heute, aber ich bin keine Maschine«, sagte Tesfaye lächelnd

Quelle: Reutlinger General-Anzeiger, 04.06.14, Gabriela Thoma

 

 

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